Wohnheim Göllnergasse
 
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  Wir über uns  

Der "Katholische Arbeiterverein auf der Landstraße" (KAV) wurde am 12. Juni 1872 gegründet. Der erste Vorsitzende des Arbeitervereins war der Zimmermann Florian Sterzl. Zum Präses wurde Univ.Prof. Dr. Karl Krückl bestellt. Da es Einsprüche von verschiedenen politischen Gruppierungen gegen den Verein gab, wurden die Statuten erst im April 1873 behördlich genehmigt.

Aus den Vereinsstatuten von 1872: "Der Zweck des Vereines ist die allseitige Pflege und Hebung des Arbeiterstandes durch religiös-sittliche Veredelung und Besserung der materiellen Lage desselben mit besonderer Berücksichtigung der verehelichten Arbeiter und deren Familien."
Neben verschiedenen Selbsthilfeeinrichtungen wurde auch ein Katholischer Arbeiter-Bauverein gegründet, der das erste katholische Arbeiterheim in der Göllnergasse 8 errichtete und am 10. November 1907, nach fast zweijähriger Bauzeit, eröffnete. Die Wohnungen waren im Eigentum der Bewohner. Die Einsegnung nahm der damalige Weihbischof Dr. Gottfried Marschall vor. Anwesend waren auch Wiens Bürgermeister Dr. Karl Lueger und der christlich-soziale Arbeiterführer Leopold Kunschak. Das zweite Wohnheim des Katholischen Arbeiter-Bauvereins wurde mit 30 Wohnungen in der Göllnergasse 13 errichtet.

Im eigentlichen Vereinsheim, Göllnergasse 8, waren 24 Wohnungen, Gasthausräume, eine Bibliothek, Kegelbahnen, ein Theatersaal für 450 Personen, mehrere kleine Säle, Sitzungsräume und das Sekretariat untergebracht.
Die verschiedenen Vereinstätigkeiten waren u.a.: wöchentliche Vereinsversammlungen mit verschiedenen politischen und religiösen Inhalten, die Errichtung einer Kranken- Unterstützungskasse, Bibliothek, Theater- und Musikgruppen. Mit Zunahme des Austro-Faschismus mußte auch die Vereinstätigkeit eingeschränkt bzw. zur Gänze eingestellt werden. Vermutlich haben die damaligen Funktionäre alle Vereinsunterlagen vernichtet, damit die Mitglieder keinen Repressalien ausgesetzt werden konnten. Über diese Zeit sind keine Aufzeichnungen vorhanden. Das Vereinsvermögen wurde beschlagnahmt und einem Fonds zugeführt.

Der Arbeiter-Bauverein wurde jedoch erst 1938 von den damaligen Machthabern aufgelöst und die Wohnungseigentümer und Mitglieder des Bauvereins mit geringen Beträgen ausbezahlt.

Nach den Kriegswirren, im Jahre 1948, gab es die ersten Bemühungen, den Verein wieder zu beleben. Das Vereinshaus Göllnergasse 8 wurde 1951 aus dem Restitutionsfonds zur Benützung zurückgegeben. Am 28. Dezember 1951 wurde die erste Vorstandssitzung im Beisein von Kardinal Innitzer abgehalten und die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen.

Zu dieser Zeit war das Bemühen der alten Vorstandsmitglieder, mit den Verantwortlichen der neu entstandenen Cardijn-Bewegung (Katholische Arbeiterjugend und Arbeitnehmerbewegung) zusammenzuarbeiten. Der Pfarrer und Geistliche Assistent der KAB dre Erzdiözese Wien, Hartwig Balzen, wurde - über Wunsch der damaligen Kirchenleitung - 1954 zum Präses gewählt und mit ihm auch u.a. Josef Steurer und Leopold Summerauer. Sepp Lindner wurde zum Verwalter bestellt und die Erzdiözese Wien übernahm die Gehaltskosten. Nach langen Bemühungen wurde 1960 vom Vorstand des Katholischen Arbeitervereins auf der Landstraße das erste Vereinshaus vom "Restitutionsfonds der christlichen Arbeiter und Angestellten" um 240.000 Schilling zurückgekauft. Im September 1955 legte Kardinal Innitzer den Grundstein für ein neues Arbeiterwohnheim für 135 Bewohner und ein Eigentumshaus für 26 Familien in der Göllnergasse 2-4. Es war das letzte offizielle Auftreten von Kardinal Innitzer. Daher wurde später das Heim nach ihm benannt.

Im Frühjahr 1957 wurde das Arbeiterwohnheim von Kardinal Dr. König eingeweiht und seiner Bestimmung, Wohnmöglichkeit für Menschen, die nach Wien pendeln müssen, übergeben.

Das Heim verfügt über eine Küche für Selbstversorger, einen Aufenthalts- und einen Theatersaal.
Sämtliche Personal- und Betriebskosten müssen rein aus den Wohnkosten des Heims erwirtschaftet werden. Aus diesen Einnahmen werden zwei Reinigungsdamen, ein Hausarbeiter, eine Bürokraft und der Verwalter finanziert. Diese Mittel können gerade noch aus den Wohnkosten der Heimbewohner gedeckt werden. All die anderen notwendigen Investitionen können nur aus den Förderungen und Subventionen verschiedener Institutionen aufgebracht werden. Als Geschäftsführer und dem Heim als solcher verantwortlich vorstehend, wurde  James C. Petschinger 1995 eingestellt, welcher diese Aufgabe augenblicklich immer noch inne hat.

Mit dem Kunstverein "Lilarum" wurde 1996 ein Mieter für den Theatersaal gefunden, der Kunst und Kultur wieder in den dritten Bezirk zurückbringen konnte.

2007 wurde begonnen eines der beiden Häuser zu adaptieren und zu modernisieren. Im Mai 2008 ist der Betrieb im fertiggestellten Gebäude (Göllnergasse 2-4/1) wieder aufgenommen worden.

 

 
   
  © 2009 Katholischer Arbeiterverein auf der Landstraße in Wien